Falklandinseln

Reise ans Ende der Welt

Die Gruppe der Falklandinseln befindet sich im Südatlantik, besteht aus zwei Hauptinseln sowie über 700 kleineren Inseln und gehört geographisch zu Südamerika. Die Inseln liegen im Bereich des südlichen 52ten Breitengrad und etwa 400 km östlich von Südargentinien und Feuerland.

Neben verschiedenen Pinguinarten, Seeelefanten und Mähnenrobben leben dort insbesondere die endemischen Arten wie z. B. den Falkland-Dampfschiffente, den Falklandskuas, den Falklandsandregenpfeifern und dem Falklandzaunkönig. Aber auch Limikolen, Gänse, Austernfischer und andere Vögel können dort beobachtet werden.

Es wurde immer darauf geachtet, dass die Tiere nicht gestört wurden! Wird ein Nest in den Kolonien auch nur kurzzeitig verlassen schlagen unmittelbar Raubvögel zu. Am Boden kriechend und die Reaktion der Vögel beobachtend wurde sich daher Stück für Stück langsam genähert und auch ebenso wieder entfernt.

 

Allein wegen der hohen Anzahl an Arten und dem Umstand, dass es mir schwer fällt die Fotos der Reise auszusortieren ist der Reisebericht umfangreich. Daher habe ich die Fotos zu den Themen

  • "... am Strand",
  • "... an Land",
  • "... in der Nähe" und
  • "... in Bewegung"

zugeordnet. Dies ermöglicht es Informationen einzuarbeiten und die Seitenlänge wird beschränkt, so dass es die Lesbarkeit erleichtert.

 

... am Strand

Die Fotos sind unmittelbar im Bereich des Strandes entstanden. An vielen Tagen erschwerten es starke Winde zu fotografieren, da Sand und Gischt teilweise kniehoch über den Strand geweht wurden. 

In den Morgenstunden konnten wir dort das Schauspiel beobachten, wie eine scheinbar nicht enden wollende Zahl an Pinguinen von den Kolonien zum Jagen ins Meer pilgerten. Am späten Nachmittag und Abend kehrten sie wieder zurück.

stürmische Zeiten

Wie bereits geschrieben, wehte an vielen Tagen unserer Reise ein böiger, kräftiger Wind aus südlicher Richtung.

Während wir uns mit Kleidung versuchten bestmöglich vor Kälte zu schützen, trotzen die Tiere vor Ort den Elementen. Unbeirrt setzten sie ihren Weg fort - teilweise wurden sie dabei "gesandstrahlt" oder von den brechenden Wellen 

Unwetter und die Pinguinkolonie

In einer Nacht stürmte und gewitterte es heftig. Gegen die Außenwand unseres Schlafcontainers drückten die Windböen derartig kräftig, dass das dagegen gestellte Etagenbett jedes Mal knarzte. Jetzt verstand ich, weshalb die Container zusätzlich mit Stahltrossen im Boden verankert waren... Die Regentropfen und Hagelkörner prasselten mit Getöse gegen die Wand - zusätzlich die lauten Donnerschläge... An schlafen war nicht zu denken.

Am nächsten Morgen konnte ich feststellen, dass dies kein "normales" Unwetter gewesen sein konnte. Ich kam an zwei Brutkolonien der Eselspinguine vorbei und um sie herum lagen einige verlassene Eier.

Ich vermute, dass die Pinguine wegen des Wetters ihre Nester verlassen haben, um sich gegenseitig vor Regen, Wind und Kälte zu schützen. Dabei sind wohl die Eier am Rande der Kolonie dem Wind und abfließenden Regenwasser schutzlos ausgeliefert gewesen und wurden fortgeweht oder fortgespült. Ein paar Eier wurden bereits von Falkland-Skuas geöffnet und der Inhalt gefressen. Andere lagen noch intakt auf dem Boden...

Pinguine am Strand

Königspinguine stehen teilweise stundenlang herum oder gehen in Gruppen den Strand von links nach rechts, drehen irgendwann um und laufen wieder in die andere Richtung. Plötzlich entscheidet eines der Tiere ins Wasser zu gehen und alle anderen folgen. Mit "gemütlich" beschreibt es das Verhalten sehr passend gegenüber den anderen Pinguinarten.

Esels-, Felsen- und Magellanpinguine verhalten sich hingegen zielgerichteter. Sofern keine Gefahr droht begeben sie sich sofort in Wasser.

Limikolen

An den seicht abfallenden Sandstränden der Inseln und im Bereich des anschließenden Hinterlands sind verschiedene Limikolenarten anzutreffen.

Die Austernfischer sind sogar mit zwei Arten vertreten - neben den Magellanausternfischern mit ihren gelb gefärbten Augen leben auf den Falkland Inseln auch die Rußausternfischer mit ihrem vollständig schwarz gefärbten Gefieder.
Eine stumpfe Schnabelform deutet darauf hin, dass von den Vögeln primär Muscheln gefressen werden. Eine spitze Form dagegen, dass von ihnen Würmer bevorzugt werden.

Weitere Limikolen am Strand sind Falklandregenpfeifer und Weißbürzel-Strandläufer.

Riesen am Strand

Unsere Reisezeit lag in der Zeit des Fellwechsels bei den ausgewachsenen südlichen Seeelefanten. Das bedeutete, dass diese oftmals "nur" regungslos am Strand lagen. Nur selten kam es zu Streitigkeiten, um die Rangfolge zu klären.
 

Die juvenilen südlichen Seeelefanten wussten nicht so recht wohin. Im Meer waren sie alleine und zwischen den ausgewachsenen Bullen war es ihnen nicht geheuer.

Als wir am Strand lagen robbte daher ein juveniler Seeelefant an uns heran. Dieses Verhalten konnte schon mehrfach beobachtet werden und es wird vermutet, dass sie auf der Suche nach Gesellschaft sind. Dies bot die Gelegenheit u.a. Weitwinkelaufnahmen zu machen...

Falkland-Dampfschiffenten und Falkland-Skuas

Die flugunfähigen Falkland-Dampfschiffenten trifft man auf den verschiedenen Inseln relativ häufig an. Ihr gefieder ist allerdings sehr gut an die Umgebung angepasst, so dass man sie leicht übersehen kann. Wenn die Enten Nachwuchs haben sind sie gegenüber anderen Tieren recht aggressiv. Sowohl Falkland-Skuas als auch Pinguine werden attackiert, wenn sie sich zu sehr nähern.

Während ein Paar Falkland-Skuas am Strand balzte, näherte sich ein weiterer Vogel. Davon fühlte sich das Paar gestört und drohte der einzelnen Skua. Da dieser aber nicht flüchtete kam es zum Kampf... 

... an Land

An den Strandbereich schließt auf vielen Inseln eine Zone mit Tussockgras an. Dort leben viele der kleinen Vögel. Das Gras kann weit über 2 Meter hoch wachsen und die "Büschel" können mehr als 200 Jahre alt werden. In Zonen die zur Schafzucht genutzt werden oder wurden ist kein Tussockgras zu finden. Dort ist der Boden entweder stark erodiert oder eine flachere Vegetation aus z. B. Rispengras, roter Krähernbeere"normalem" Gras wilder Kamille und anderen Flechten und Pflanzen vorhanden.

Pinguine

Die Pinguinkolonien befinden sich nicht unmittelbar am Strand, sondern ein Stück im "Landesinneren".
 

Felsenpinguine (englisch: rock hopper) haben ihre Kolonie am Kopf von Steilküsten. Auf dem Weg von oder zur Kolonie klettern und springen sie von Felsen zu Felsen.

Die Esels-, Königs- und Magellanpinguine erklimmen dagegen "nur" Dünen und passieren Graslandschaften.

Kolonien von Maggelanpinguinen unterscheiden sich wesentlich von den der anderen dort brütenden Pinguinen. Sie bauen Erdhöhlen in denen sie brüten und sich bei Gefahr zurückziehen. Die anderen Pinguinarten brüten dagegen oberirdisch.

Esels- und Felsenpinguine legen ihre Eier in eine Art  Nest aus Steinen. Königspinguine brüten die Eier in einer Bauchfalte.

Schwarzbrauenalbatrosse

Die Kolonien der Schwarzbrauenalbatrosse auf Saunders Islands liegen in unwegsamen Gelände oberhalb von Steilklippen. Die eigene Position in kurzer Zeit zu verändern, wenn sich besondere Szenen ergeben, erfordert Geschick und Mut.


Belohnt wird man dann durch ein weiteres tolles Erlebnis. Die Albatrosse erlauben ebenfalls vorsichtige Annäherungen auf wenige Meter.

Ob zwei Albatrosse für eine Partnerschaft geeignet sind, wird ausgiebig getestet. Dann schäbeln sie und pflegen gegenseitig das Gefieder. Wenn jedoch die Chemie zwischen beiden nicht stimmt, dann dauert die Annäherung nur kurz und beiden gehen wieder getrennte Wege.

Kormorane und Scharben

Felsenscharben brüten, wie ihr Name schon vermuten lässt, in Felsnischen an Steilküsten. Einige der Vögel konnten wir auf Bleaker Island beobachten.
 

Dort befindet sich auch eine große Kolonie von Königskormoranen. Etwa 8.000 Brutpaare haben dort ihre Nester im Landesinneren.

Die Kolonie ändert von Zeit zu Zeit den Platz. Dann kann man die überdüngten, verlassenen Nester sehen. Noch ein Stück weiter findet man die noch älteren verlassenen Nester, die aber bereits von Pflanzen wieder überwuchert werden.

Möwen, Karakas und 
Riesensturmvögel

Wo gelebt wird, dort wird auch gestorben. Sei es
z. B. durch Beutegreifer, infolge von Krankheiten oder Witterungseinflüssen.
 

Unachtsamkeiten von Altvögeln führen häufig dazu, dass Jungvögel am Nest unmittelbar von z. B. Falklandskuas oder -karakaras attackiert werden. Auch kehren manche ausgewachsenen Pinguine von der Jagd nach Futter nicht mehr zurück. Ihre Jungtiere laufen dann - wenn auch der zweite Altvogel zur Jagd aufbricht - schutzlos durch die Kolonie und sind - später auch entkräftet - leichte Beute der Räuber.
 

Bei den Falklandskuas ist ein besonderes Verhalten zu beobachten. Vielleicht wegen des üppigen Nahrungsangebotes beschränken sie sich auf die Erbeutung der (Tinten-)Fische in den Mägen ihrer Beute. Den Rest der Kadaver lassen sie unbeachtet. Dafür werden diese von den anderen hier genannten Vögeln gefressen.

kleine Vögel

Die "kleinen Vögel" werden auf den Falkland Inseln von vielen Besuchern nicht wahrgenommen. Auch naturinteressierte Fotografen konzentrieren sich häufig auf die sogenannten Hauptzielarten, d.h. Pinguine, Albatrosse, Seeelefanten und Mähenrobben.

Insbesondere die Bekämpfung von Ratten hat in den vergangenen Jahren zu einem Anwachsen der Populationen der Arten der kleinen Vögel geführt.

Auch sie zeigen meist wenig Scheu gegenüber Menschen. Sitzt man ruhig im Gras dauert es meist nicht lange bis ein Tussock-Bird (Falkland-Uferwipper) auf dem Schuh oder dem Bein landet.

Der endemische Falklandzaunkönig ist gegenüber dem europäischen etwas größer. Die Population ist derzeit als nicht gefährdet eingestuft. Auf den Falkland Inseln ist zusätzlich der Pampazaunkönig (ohne Foto) anzutreffen.

Tussock-Bird - Falkland-Uferwipper

Die Falkland-Uferwipper ernähren sich hauptsächlich von Insekten. So sieht man sie am Strand aber auch im Landesinneren wie sie nach Nahrung suchen.

Ich konnte in einer Kolonie von Eselspinguinen außerdem beobachten, dass sich die kleinen Vögel während der Fütterung der Pinguine in unmittelbarer Nähe aufhielten. Bei der Übergabe fallen immer wieder Futterstücke zu Boden oder werden von den jungen Pinguinen sogar ausgespuckt. Diese Reste entweder dann von Falkland-Uferwippern, Falkland-Skuas, Falkland-Caracaras oder Möwen gefressen.

Allerdings kommt es auch zu Mund- bzw. Schnabelraub. Der Falkland-Uferwipper gab sich nicht mit den herunterfallenden Resten zufrieden, sondern wartete den Moment ab, um ein großes Stück (Tinten-)Fisch aus dem Schnabel des Pinguins zu stehlen und damit zu flüchten.

... in der Nähe

Wie bereits erwähnt zeigen die meisten Tiere auf den Inseln wenig Scheu gegenüber Menschen. Vorsichtige Annäherungen waren sogar bei den Falklandskuas möglich, die auch dann nicht attackierten obwohl sie gerade Nachwuchs hatten.

Es kam auch immer wieder vor, dass wenn ich am Strand oder an einer Kolonie lag um zu fotografieren, ich plötzlich feststellte, dass neugierige Pinguine unmittelbar neben mir standen um zuschauen was ich denn dort machte.

Es sind immer wieder tolle Erlebnisse, wenn Tiere einen nicht als Feind ansehen und man für einen Augenblick an ihrem Leben teilhaben kann.

... in Bewegung

In den Kolonien und am Strand ist immer etwas los. Unzählige startende oder landende Vögel, Angriffe von Räubern sowie an Land zurückkehrende Pinguine sind zu beobachten.

Die Szenen zu fotografieren ist jedoch nicht einfach - es geschieht alles in sehr kurzer Zeit. Insbesondere wenn man flach auf dem Boden liegt, dann tauchen die Pinguine  bei Wellengang unvermittelt vor einem aus dem Wasser auf. Zudem sind die Strände oftmals lang und breit, so dass man seine Position gezielt wählen muss.
 

In solchen Fällen ist es immer ratsam zuerst zu beobachten und zu versuchen Verhaltensmuster zu erkennen...

... im Wasser

Felsenpinguine kehren in der Regel gruppenweise an den Starnd zurück - laufend, springend und flügelschlagend. Dabei "kocht" das Wasser - ein faszinierendes Schauspiel. Duschende Felsenpinguine konnten wir nicht beobachten, allerdings ausgiebig badende...

Wenn kein zu starker Wellengang herrscht, dann kann man zurückkehrenden Pinguine bereits von Weitem sehen. Sie springen immer wieder aus dem Wasser. Zuerst parallel zur Küstenlinie und plötzlich entscheiden sich die Tiere an den Strand zu schwimmen.

Meinungsverschiedenheiten zwischen Königspinguinen werden auch körperlich ausgetragen. Dabei schlagen die Kontrahenten kräftig den/die Flügel auf den Körper des Gegners. Hier badeten die Pinguine in einer Lagune und dabei kam es zum "Streit im Freibad".

Riesensturmvögel laufen zum Starten aus dem Wasser flügelschlagend über die Wasseroberfläche bis sie genügend Auftrieb haben... 

... am Strand

Den beschriebenen Überraschungseffekt plötzlich auftauchender Lebewesen - in dem Fall uns Fotografen - haben auch die Pinguine. Da am Boden liegende Menschen vielleicht als Seelöwen interpretiert werden, flüchten manche Pinguine panisch. Dabei laufen Magellanpinguine auf allen Vieren über den Strand.

Die flugunfähigen Falklanddampfschiffente schlagen, nachdem sie aus dem Wasser gekommen sind, oftmals mit ihren Flügeln. Dann kann man die arttypischen orangen Verknöcherungen an den Gelenken der Flügel erkennen. Die Vögel haben ihren Namen erhalten, weil sie ihre Flügel ähnlich eines Schaufelraddampfers benutzen, um sich schnell auf der Wasseroberfläche fortzubewegen.

Der Magellanausternfischer "flüchtete" vor dem auflaufenden Wasser.

Auseinandersetzungen zwischen Falklandskuas konnten wir nur sehr selten beobachten - meist reichten Drohgebärden aus, um sich zu verständigen.

Die "Springfreude" der Felsenpinguine habe ich bereits zuvor erwähnt...

... in der Luft

Flugaufnahmen sind insbesondere von Königskormoranen möglich. Allein wegen ihrer großen Anzahl. Die Landeanflüge der Vögel sind, neben den Starts, besonders fotogen.


Riesensturmvögel erschienen immer wieder am Himmel. Lautlos gleiten sie entlang der Küstenlinie und verschwinden häufig auch wieder so schnell wie sie gekommen sind.


Fliegende Albatrosse zu fotografieren war nicht einfach. Während des Aufenthalts waren die Windverhältnisse diesbezüglich nicht günstig.

... an Land

Die Kolonien von Eselspinguinen sind vom Strand weit entfernt. Sie haben daher vergleichsweise lange Wege zu Fuß zurückzulegen.

Bei der Fütterung laufen die Altvögel vor den Jungtieren davon. Es wird vermutet, dass sie dies als Kardiotraining tun und so die Jungtiere für den langen Fußweg vorbereiten. Eine weitere Theorie sagt, dass bei mehreren Jungtieren das hungrigere schneller läuft und so immer "das Richtige" gefüttert wird.

Bei den Rockhoppern ist der Name Programm...

Die Magellan-Bekassine konnten wir bei Windstille und Regen beobachten. Hin und wieder schüttelte der Vogel sein Gefieder und das Regenwasser spritze in die Luft.

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